Bruder Niklaus: Glaubt an Begegnungen
Shownotes
Bruder Niklaus – Nähe, Glaube und Begegnungen am Rand
Gast: Bruder Niklaus, Kapuziner im Kloster Rapperswil
In dieser Live-Ausgabe von Lebensklang spricht Daniela Huwyler mit Bruder Niklaus über seinen Weg ins Ordensleben, über Spiritualität und über prägende Begegnungen mit Menschen am Rand der Gesellschaft.
Bruder Niklaus wurde in Uznach geboren und wuchs in Bürg Eschenbach auf. Nach dem Gymnasium in Appenzell studierte er Geschichte in Fribourg. Auf der Suche nach einer passenden Ordensgemeinschaft fand er zu den Kapuzinern. Es folgten ein Theologiestudium und später ein Studium der Spiritualität in Rom. Heute lehrt er Spiritualität und begleitet Menschen auf ihrem Weg.
Themen dieser Episode
- Der persönliche Weg ins Ordensleben
- Spiritualität und Gemeinschaft als Lebensform
- Begegnungen mit suchtkranken Menschen am Zürcher Platzspitz
- Zölibat und die Frage nach Sexualität
- Religion zwischen Frieden und Missbrauch
- Inspiration durch Franz von Assisi
Zitate aus dem Gespräch
„Zusammen in Brüderlich- und Schwesterlichkeit zu leben macht mich glücklich.“
„Schlussendlich sollen die Menschen über Sexualität entscheiden – nicht Kirchenträger, die davon nichts verstehen.“
„Es wäre besser, man würde sich auf die Werte von Franz von Assisi besinnen, der den Frieden suchte und lebte.“
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich reagiere am normalsten und am spontansten, wenn man mir einfach Niklaus sagt.
00:00:05: Und wenn man mich dann noch sagt Bruder Niklaus oder Herrbruder, dann reagiere ich auch.
00:00:11: Je komplizierter der Tare ist, desto verzerrerter.
00:00:20: Das ist der Lebensklang, den Podcast, die Menschen aus ihrem Leben erzählen.
00:00:25: Heute das Gespräch vor Publikum mit dem Bruder Nicklaus aus dem Klosster Rappersveil und mit mir Daniela Hoviller.
00:00:37: Bruder Niclaus, wen hast du gemerkt?
00:00:39: dass das Leben als Kapuziner mit allen Konsequenzen für dich das Richtige könnte sein.
00:00:45: Ja, wo ich mit zwei Ärzten Matura gemacht habe, habe ich Kapuzine gekannt von den Aushilfen her.
00:00:52: Sie sind ab und zu Kogo Prediger zwischen Bach und das sind liebenswürdige ältere Brüder gewesen.
00:00:58: Das fand ich noch interessant.
00:00:59: Ich hatte ein paar andere Themen als der Pfarrer.
00:01:02: Aber ich wäre jetzt wegen diesen Kapuzinen nie auf die Idee gekommen.
00:01:09: in den Orden eintreten.
00:01:10: Ich hatte damals eine Freundin, ich studiere Geschicht.
00:01:13: Ich habe eigentlich eine grosse Familie mit mir geträumt.
00:01:16: Ich bin immer eine Familie mit vier Geschwistern aufgewachsen und fand das super spannend.
00:01:21: Und es war mein Traum – ich möchte auch eine Familie.
00:01:25: Ich möchte Lehrer werden, ich möchte eine Familie gründen.
00:01:28: Ich will viele Kinder haben.
00:01:31: Dass das nicht so hoch ist, hat dann zu tun, mit meinen Studienjahren in Freiburg.
00:01:36: Kapuziner habe ich gewählt Durchaus auch aus Erschütterungen, wenn ich in die Welt und unsere Gesellschaft schaue.
00:01:44: Aber ich habe Kapoziner gewählt, weil ich Franz Fassisi entdeckt habe.
00:01:49: Und Kapozine sind eine Reform der Francis Kander.
00:01:53: Sie sind eigentlich Reform Francis Kanner!
00:01:56: Ich bin über diesen Umweg auf Kapozenen zurückgekommen.
00:02:00: Die Frage ist eigentlich, warum du auf Rappenswilke kamst.
00:02:02: Vorne war ich in Ulten und erst seit vier Jahren bist du hier.
00:02:06: Warum bist du da hergekommen?
00:02:07: Weil wir im Gegensatz zu den Mönchen nicht einfach eines Kloster wählen, das wir leben, sondern wir wählen die Gemeinschaft.
00:02:15: Bei uns ist jetzt das Provinz, das ist die ganze Schweiz.
00:02:18: Alle Brüder in der Schweiz bilden eine Gemeinsschaft.
00:02:21: Wir haben im Ganzen etwa zwölf verschiedene Niederlassungen.
00:02:27: Und der Sinn ist, dass wir wechseln und nicht das Leben um den gleichen Ort sind.
00:02:30: Ich war bei siebenzehn Jahren in Olden.
00:02:33: Das ist etwas abnormaler lang.
00:02:35: Solange sollten die Kappelzine nicht um den selten Ort bleiben.
00:02:38: Olden war für mich super, weil ich in halb Europa arbeite.
00:02:42: Verkehrstechnisch kommt man immer noch heim.
00:02:45: Von jedem Vortrag irgendwo, Gämpfe sehen oder sehen, kommt man noch heimeinander.
00:02:49: Vor vier Jahren bin ich auf Rapperschild gekommen, weil mir gesagt hat mein Mund Das Klösterly Rapperspiel, das spezielles Projekt ist, müssen wir stärken.
00:02:59: Es braucht auch eine neue Dynamik.
00:03:02: Wir waren damals sechs Brüder hier und zwei Schwesterinnen, zwei Franziskanerinnen von Mänzingen.
00:03:10: Und einige waren schon ein wenig müde, weil wir am Klosch der Leute aufnehmen, die einen Wochen Auszeit machen.
00:03:18: Das braucht Kraft!
00:03:20: Leute aufnehmen, mit ihnen durch eine Woche gehen.
00:03:23: Sie wieder loslassen und sich wieder auf neue einlassen.
00:03:25: Wieder eine Woche mitgehen, sie wieder loslaufen.
00:03:28: Das ist etwas sehr Schönes.
00:03:30: Ich habe das Gefühl die Welt kommt zu uns.
00:03:33: Unterschiedlichste Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund sozial, beruflich aber auch religiös.
00:03:40: Total vielfältig!
00:03:42: Aber es braucht Kraft.
00:03:44: Und wir hatten ein paar Brüder oder haben beide Schwester, die gesagt haben irgendwie ... Strenn.
00:03:52: Ich brauche ein kleiner ruhiges Leben.
00:03:54: Aber gleich noch einmal, warum sind acht Männer und zwei Frauen eigentlich etwas untypisch?
00:03:58: Würde ich mir jetzt nicht unter einem Kloster diese Mischung vorstellen?
00:04:02: Ist das schon immer so gewesen?
00:04:03: Das kloster Rapperschweil NINZITRISS, Jahrfrauen-und-Mannenauf für Auszeiten Und wir haben damals gesagt, der muss auch Gemeinschaft gemischt sein.
00:04:14: Also wenn auch Frauen mitleben, dann ist es gut, wenn die Gastgebende in Gemeinschaft Frauen und Männer aufweist.
00:04:21: Weil die Themen sind unterschiedlich.
00:04:24: Haben da auch Frauen, die eher zu den Frauen gehen und die Männern eher zu der Mannen?
00:04:27: Oder sind das also gendermässig geschaffen im Falle?
00:04:31: Es ist gut, dass hier Sprechpersonen, wenn Möglichkeit hier ist... Ich kann mich von einer Frau begleiten oder von einem Mann, wenn ich eine Auszeit mache.
00:04:39: Oder ich habe ein Gespräch Wünsche mit meiner Mann, mit meiner Frau.
00:04:42: Das ist ... Auch die Aufmerksamkeit ist unterschiedlich.
00:04:47: Also auch unsere Lebensgestaltung.
00:04:49: Die Männer haben eine andere Idee, was jetzt das Leben schön und ganzheitlich macht als Frau.
00:04:55: Was
00:04:56: denn?
00:04:56: Mir ist aufgefallen, nur schon am Klösterlein, seit Frauen mit der Right Hand wurde diese ganze Ästhetik einander.
00:05:06: Dass es hier Blumen hat, dass es dort Dekorationen hat... Auch nicht umsonst machen die Frauen bei uns eher die dekorativen Akzenten.
00:05:18: Und das zweite ist auch, dass vielleicht alle Frauen in einer Partnerschaft mit jemandem anleben können.
00:05:25: Die Vorstellung, was super ist, ist ein kleines Müh unterschiedlich bei Männern und bei Frauen.
00:05:33: Vielleicht nicht generell aber tendenziell, oder?
00:05:36: Wir sind doch etwas grosszügiger und etwas schneller zufrieden und so... Und das merkt man.
00:05:42: Also, als die ersten Schwestern im Klösterli eingezogen sind, habe ich einen Bruder gehört, der gesagt hat, wir Brüder mussten die Vorstellung von Sauberkeit steigern und die Schwester mussten sich absenken.
00:05:56: Mindestens in den gemeinsamen Räumen.
00:05:58: Also zurück nochmals, du bist vor vier Jahren in dieses Klosterspray gekommen, weil es ... Ein bisschen Dynamik hat gebraucht und die hast du innen gebracht, weil ihr jetzt auch das Konzept habt.
00:06:08: Das Kloster zu öffnen.
00:06:09: Hier laden Leute ein für die Auszeit.
00:06:11: Und es scheint, dass diese Wartezeit sehr gross ist.
00:06:15: Was bietet ihr genau an?
00:06:17: Wer kommt und was gibt du diesen Leuten?
00:06:18: Du
00:06:19: kannst ganz kurz präzisieren.
00:06:20: also zum Glück nicht ich die Dynamik alleine gebrauchen kann.
00:06:24: Sondern in dem Moment, wo die beiden Schwestern schon etwas rieferend altes zurückgegangen sind.
00:06:30: Als Mutter haben wir gesagt, wenn wir keine Schwesteren bekommen.
00:06:34: Dann tun wir für eine buntere und gemischte Gemeinschaft uns auf.
00:06:39: Es können auch Frauen einsteigen.
00:06:41: Es könnten auch Männer einstehen, die jetzt nicht Ordensleben gewählt haben.
00:06:48: Unsere Gemeinschafters wurden in diesem Sinne bunter?
00:06:50: Und mein Wunsch ist tatsächlich auf die Zukunft hin.
00:06:53: Das wird auch so sein, die Zahl von Brüdern wird eher zurückgehen – wir sind im Moment acht Brüder.
00:06:59: Ich nehme an, diese Zahl wird zurückgehen und ich wünsche mir, dass die Gemeinschaft aber gleich gross bleibt wie sie jetzt ist, weil sonst sind wir auch tragfähig.
00:07:08: Wir können eben vielfältige Angebote machen zu zäten.
00:07:13: Ich wünsche mehr, dass das Gemeinsam noch bunter wird!
00:07:16: Es könnte auch ein Paar einsteigen.
00:07:17: Das wäre nochmal eine neue Dynamik, wie ein Paare.
00:07:20: Also geht es denn ein PaAR im Kloster?
00:07:22: Also dass die dann zusammen ein Zimmer haben... Ja vielleicht
00:07:25: müssen wir irgendwo noch einen Wand ausgeschlagen oder so.
00:07:27: Wir sind natürlich auf einzelnen Zimmeren ausgerichtet.
00:07:30: historisch.
00:07:32: Das Kloster ist vierhundertzwanzig Jahre alt.
00:07:35: Vielleicht bräuchte sich eine räumliche Anpassung.
00:07:39: Ich glaube ein Paarr Könnte mir alle recht gut gesehen.
00:07:44: Die Frage ist dann, wenn das Paar jetzt noch eine Familie wäre?
00:07:47: Ob das noch passen würde?
00:07:49: Das ist ein bisschen die Frage.
00:07:52: Zum Teil auch von den Leuten, die eine Auszeit machen.
00:07:55: Wenn wir die Familie müttern haben
00:07:57: z.B.,
00:07:58: ich komme von ihrer Familie einen oder zwei Wochen Klostergeschenke über Auszeit.
00:08:03: Einmal etwas guter Distanz zum Alltag.
00:08:07: Wenn dann im Kloster auch noch Kinder mehr rennen, ist das nicht mehr ganz gleich.
00:08:11: Aber
00:08:11: ich merke hier wirklich ein Aufbruch spürbar offenbar und gleichzeitig die Mütter oder die Leute, die einen Auszeit brauchen.
00:08:19: Was kommen diese über?
00:08:20: Wie muss man sich so einen Tagesablauf vorstellen?
00:08:24: Wir haben verschiedene Angebote.
00:08:26: Am meisten Raum hat es Klosters zum Mitleben,
00:08:30: d.h.,
00:08:30: es sind Mitlebewusken und sagt, ich lebe eine Woche lang mit in einer geschwisterlichen Gemeinschaft.
00:08:38: Es gibt aber auch Angebote, die spezifisch sind, z.B.
00:08:42: ein Wochenstil, eine totale Stille.
00:08:47: Man sagt dann so eine intensive Auszeit, die Jesuitens sagen dem, dass sie exerciert werden.
00:08:52: Ich finde das Wort nicht lustig.
00:08:54: Ich hatte eine Schulexerziation, Ex-Exercise, sich einen Militär exorciert ... Ich finde das nicht lustig.
00:09:02: Also ich finde den passenden Ausdruck nicht
00:09:05: passend.
00:09:05: Was wäre denn der passende Ausdrag für dich?
00:09:07: Ich sage eine so stille Intensivwoche, die ich maximal Zeit für mich habe aber auch gute Impulse.
00:09:16: Und die Frage ist ein bisschen nach dem Tagesablauf.
00:09:19: Der ist ein wenig unterschiedlich in der Mittelläbe-Woche oder immer einen so stillen Aussied.
00:09:25: Wir haben übrigens auch Wander, Exerziation ... Also die Intensivwoche, die jetzt nicht in Stille verläuft.
00:09:34: Sondern wandern mit Impuls unterwegs und wir haben auch vollfasten.
00:09:39: Also Intensifochen mit Vollfasten
00:09:43: Und du gibst die Impulse?
00:09:45: Meistens immer mit einer Frau zusammen.
00:09:47: Bei den Intensiefochenen, weil ich finde auch hier braucht es eine ganze Zeitlichkeit.
00:09:54: Aber der Tagesablauf vielleicht noch bei uns ist so dass man am Morgen Es ist freiwillig, ob man zu morgen ist.
00:10:02: Einfach die, die wenn es morgens essen müssen ein bisschen früher aufstehen als die anderen.
00:10:06: Von was reden wir hier?
00:10:07: Morgen um sechs
00:10:08: Uhr?
00:10:09: Viertel vor sieben.
00:10:10: Bis viertel ab sieben ist es so morgens Essenzeit und nachher kommt drei Viertelsstunden, wo wir einen Morgenvier machen.
00:10:16: Das ist eine Morgen-Einstimmung.
00:10:19: Morgen Gebet, Morgen Meditation, wobei der grösste Teil dieser Zeit still ist.
00:10:25: Man bewegt miteinander einen Text, man hört eine Lesung aus der Bibel.
00:10:30: Dann kommt ein Stück Musik und dann ist Stille.
00:10:33: Wir haben auch Leute, die nicht religiös sind oder religiöse und musikalisch sind, die sagen nach einer Woche, diese gemeinsame Stille ist absolut krass!
00:10:45: Also mega-krass positiv besetzt.
00:10:48: Das ist eine Kraftquelle, die ich so im Alltag nicht habe.
00:10:53: Ich bin Götte von einem Teenager, der ateistisch unterwegs war.
00:10:58: Nach viel Pilgerin.
00:10:59: mit mir ist er jetzt agnostisch unterwegs.
00:11:05: Und dieser hat mal eine Woche Lust damit gemacht!
00:11:09: Wir wollten ihn zwar abhalten, aber er wollte unbedingt.
00:11:13: Und nach dieser Woche sagte ich, die regelmäßige Stille im Tagesablauf muss sich in meinem Alltag auffinden.
00:11:21: Also das wäre ein bisschen die Einstieg in den Tag, auch meditativ.
00:11:25: Dann haben wir beim Mitleben am Morgen dann Teil Arbeit für uns als Gemeinschaftsmitglieder.
00:11:32: Wir arbeiten natürlich voll, intern und extern.
00:11:35: Aber Leute, die bei unseren Aussäben machen, haben eine Stunde, fünf Viertelstunden Arbeit am Vormittag.
00:11:41: Kann der Küche sein oder Atelier?
00:11:44: Oder Garten unter Umständen je nachdem was einem geht leiden und was es möglich und nötig ist.
00:11:51: Dann haben wir vor dem Mittag eine Viertelstunde, eigentlich nur ein Lied singen und einen Stille.
00:11:57: Wieder so ein kurzes Inhalte.
00:12:00: Das Mittagessen ist bei uns im Gegensatz zu den Mönchen nicht schwiegend, sondern wir sind beim Tisch sehr lebhaft!
00:12:08: Wir haben viele Themen... Auch die Leute, die kommen, haben viele Dinge, die sie beschäftigen.
00:12:12: Und das teilen wir.
00:12:14: Und da sagen die Leute häufig ihr habt erstaunlich viel Zeit zum Essen.
00:12:19: Also das Essen ist nicht fast food, es ist eher slow-food bei uns.
00:12:24: Dann tun wir abwäschend, alle miteinander, also alles super machen und abwäschen.
00:12:28: Meine Grossmutter hat immer gesagt, sie möchte hier auch einführen, dass man miteinander zupackt.
00:12:34: Und erst anschliessen gibt's Kaffee!
00:12:37: Das ist immer ein Motiv, um schnell alles in Ordnung zu bringen.
00:12:41: Du
00:12:41: hast gesagt, dass du es versuchst?
00:12:42: Ist er nicht gelungen?
00:12:43: Nein,
00:12:45: das Grossvater ist
00:12:46: da unten.
00:12:46: Aber ihr zieht das durch und dann gibt's den Kaffee!
00:12:50: Wir machen auch sonst Hausarbeiten und so.
00:12:52: Das stimmen wir im Zusammenspiel.
00:12:56: Am Nachmittag haben Leute mitgelebt, die einen freien Raum haben.
00:12:59: Die können machen, was ihnen gut tut, kann wandern oder lesen ... Kloschengarten, Sühnele und was auch immer.
00:13:09: Wir können diskutieren.
00:13:11: Wir haben dann gegen den Abend halb bis sechs Uhr wieder einen Abend vier Uhr.
00:13:16: Das ist ähnlich wie die Morgenvier.
00:13:18: Also ein Lied, ein Text, das wir bewegen, eine Lesung, die wir gehören, Musik, die man lasst und eineinhalb Stunden schwiegen.
00:13:26: Und dann ist es Nachtessen.
00:13:28: Am Abend gibt es manchmal so Angebote in Pulsübung mit Diskussionen oder am Freitag haben wir Brot und Wein für die Seele.
00:13:37: Das ist so ein Obig, wo man ein gutes Glas weit trinkt und hinten einen Austausch, den die Gäste mitbringen.
00:13:44: Dann haben wir immer am Abend um neun oder jetzt im Sommer dann um halb zehn Uhr ein kurzes Nachtgebet in der Kille und solange bleibt die Kille offen.
00:13:52: Es ist also frei zugänglich auch für Leute aus der Stadt und auch der Tagesabschluss ist öffentlich.
00:13:59: Und nachher ziehen wir uns zurück, hat jeder und jede ein eigenes Zimmer eigene Vierwände.
00:14:06: Und wenn man ins Bett geht, ist es sehr unterschiedlich.
00:14:09: also ich gehe meistens erst um zwölf Jahre.
00:14:11: Wisst ihr eigentlich so mit Handy und Internet?
00:14:13: Gibt's da auch Vorgaben?
00:14:15: Weil es tun jetzt alles sehr in ... Ja du hattest ja auch Weiß den Fall!
00:14:19: Ich habe auch Weiss und in Irland hat mir ein Handi aus einer Ankeite geholfen.
00:14:23: Das Einzige, das ich überkaufte war so rot.
00:14:27: Dann hat der Indisch-Bruder, die wir haben gesagt Du hast das falsche gekauft, das ist für Frauen.
00:14:35: Aber ich habe das iPhone XII und es gibt halt nicht mehr so grosse Auswahl.
00:14:40: Das ist ein Gabaliers Handy, ich bin etwas wie ein Handymuffel, mein Sieg ist immer im Flugmodus.
00:14:45: Ich brauche es wirklich zum Fotografieren als Wecker und für den Notfall.
00:14:50: Ich bin nicht gerne überall erreichbar!
00:14:53: Ich bin gern dort, wo ich gerade bin und lasse mich nicht überall rufen.
00:14:58: Aber ich möchte den Leuten, die euch besuchen, nicht irgendwie eine weissige Händezeit und Hände abschalten.
00:15:05: Wir gehen, wenn wir einen Auszeitbegleiter in so einer Intensiv-Uche von Stille, dann empfehlen wir, dass man nicht Arbeit mit nimmt und dass man jederzeit durch die Welt surft, sondern dass die Chancen von einem Auszeit auch ist, dass sich zu mir selber kommen.
00:15:23: um mich nicht dauernd zu verlieren, indem ich hier und überall in den Augen tauchen und so.
00:15:31: Aber das ist ein Tipp!
00:15:32: Wir geben keine Vorgaben.
00:15:34: Das ist vielleicht auch ein Unterschied.
00:15:35: Die mönchische Lebensform ist sehr viel geregelter.
00:15:38: Also der Benedikt von Ursia, die eine Regelung für Mönche geschrieben hat.
00:15:42: Hier ist alles gereglet.
00:15:45: Oder bei Jesuitern ist es auch etwas so... Es gibt eine klare Abläufe, die empfohlen sind.
00:15:51: Die franziskanische Spiritualität Franz Fossey lebt von einer grossen Freiheit.
00:15:56: Mir ist es gleich geblieben, dass du sagst Stille das Erlebnis der Stille, dass das eigentlich so ein Pluspunkt ist?
00:16:02: Sind wir einfach hinter einem zu lauten Welt unterwegs?
00:16:05: Die Leute, die bei uns mitteleben, sagen das eindeutig.
00:16:08: Ja!
00:16:09: Es ist ein grosser Riechdom wenn ich einen Freiraum habe in meinem eigenen Welt ein tauchen kann.
00:16:17: Wobei?
00:16:17: im Franziskanischen ist es so, dass ich hier immer auch verbunden bin mit dem Engagement in der Welt.
00:16:24: Kurzes Stichwort zum Franz, den Quarren von Assisi.
00:16:28: Sie haben beides gerne Stadt und Stille.
00:16:33: Und unser Klösterl ist eigentlich so geplatziert, dass wir einen stillen Raum haben.
00:16:38: aber die Stadt ist eine Minute weg oder zwei Wenige Schritte und ich bin auf dem Fischmerkplatz.
00:16:46: Aber wie oft bist du in der Stadt oder weisst das normal?
00:16:50: Bist du noch nicht einfach die ganze Zeit in diesem Kloster?
00:16:53: Ich darf sechzig Prozent extern tätig sein!
00:16:57: Wir alle haben eine Vereinbarung, die wir unterschreiben – auch die, die jetzt nicht Brüder sind und Ordnungsleute sind.
00:17:03: Wir haben eigentlich die gleiche Grundlage.
00:17:06: Und damit das Klösterli die Angebote auch machen kann, müssen wir schauen, dass wir Teilzeitlich zu Hause sind, bei den nächsten Wochen kursbedingend und vom Roteir der Kapuzineren weg.
00:17:19: In Morschach und in Luzern bin ich drei Wochen in Spanien und unterrichten in Madrid.
00:17:24: Wir haben auch noch die Pilgerin eine Woche, also zwei Lehrwoche der Zwischenpilger-Woche.
00:17:30: Dann komme ich in mehreren Monaten wieder und muss schauen wie es lag ist!
00:17:34: Du bist eigentlich mein Klischee von einem Bruder oder einer Mönche komplett sprengen, dass du so eine Basis hast, in der man einen Kapuziner gelöst, aber doch eigentlich europäisch unterwegs ist.
00:17:45: Ich würde gerne sie mir im nächsten Block in deinen Werte gehen und deine Kindheit eintauchen.
00:17:52: Hättest du gedacht, dass ihr je ein Kapuzinnerbruder wird?
00:17:57: So mit zehn!
00:17:58: Nein,
00:17:59: keine Gedanken.
00:18:00: Ich war auch kirchlich nicht sehr engagiert.
00:18:03: Rosenkranz
00:18:04: bettet?
00:18:05: Nein ja, das mache ich heute noch nicht.
00:18:07: Du hast hier so ein Kettel, ist es nicht so ein Rosenkranskettel?
00:18:10: Nein nein, das ist aus Assisi.
00:18:12: Das sind verschiedene Hölzer von Assisi.
00:18:17: also ich habe nichts gegen den Rosenkrantz aber ich hatte nie einen Zugang.
00:18:21: Ich muss sagen, ich habe Medikationen lieber Der Rosenrand ist ein meditatives Gebet, wo man Worte macht, die wie ein Teppich sind und auf dem man beten kann.
00:18:32: Aber ich habe lieber Stille als Teppig.
00:18:35: Ich bin der Einzige meiner Geschwisterin, die nicht ministrant
00:18:40: war.
00:18:40: Du bist der älteste Sohn von fünf Kindern.
00:18:43: Vater war Gemeinschreiber, Mutter Appenzellerin.
00:18:46: Hast du eine kleine gesagt?
00:18:48: Das wäre so lustig zu finden, weil du so grosser bist!
00:18:52: Du bist der Einzige, den du nicht administrieren kannst und etwas gegen Kille hatte?
00:18:58: Nein.
00:18:58: Ich bin in einem katholischen Dorf aufgewachsen, in einer katholischen Kultur.
00:19:03: Der Kille-Gang gehört zu unserem Familienleben.
00:19:07: Aber z.B.
00:19:07: eine Religion war nie ein Thema bei uns daheim.
00:19:11: Was wäre dein Traumproof damals?
00:19:13: Ich habe in der Sekundarschule einen Test gemacht – also jetzt nicht allzu tief schürfen, aber wir haben so einen Test.
00:19:20: Berufswahl und bei mir ist rausgekommen Förster oder Lehrer.
00:19:24: Und alle meine Geschwister sind Lehrer, und einer ist Förster.
00:19:28: Das ist irgendwie der Gen, glaube ich so.
00:19:31: Der Bruder hat übrigens lehrgemacht im Stadtwald zu Rapperschwil beim Försterschlumpf.
00:19:36: So... Ich kann sagen das, was die Kindheit mir wahrscheinlich mitgeben hat in die spätere Lebenswahl und das ist auch von daher wertvoll.
00:19:45: Ich habe total Freude bekommen an meinen Geschwisters.
00:19:48: Ich bin eben der Elternsteam.
00:19:51: Ich erinnere mich noch, dass ich im zweiten Alter von zwei Jahren gefragt wurde ob ich gerne Schwester hätte.
00:19:57: Und das hat mir so eine Freude ausgelöst... ...dass ich mich daran erinnern.
00:20:01: Ein Schwester muss etwas wahnsinnig sein!
00:20:04: Und dann haben meine Eltern, die jetzt nicht sehr religiös sind, mindestens nicht sichtbar religiöse, gesagt haben, da musst du am Abend beginnen wenn du betest im Lieb Gott sagst, du möchtest ein Schwester.
00:20:14: Das habe ich dann gemacht.
00:20:15: Du kannst aber viel vergessen.
00:20:18: Dann habe ich einen Bruder bekommen.
00:20:20: Dann habe ich gewusst, wenn man etwas will, muss man es getreulich sagen.
00:20:25: Ein Jahr später habe ich die zweite Chance bekommen.
00:20:28: Ich habe es ein bisschen ernster genommen dann.
00:20:30: Das habe ich wieder in den Brüdern bekommen.
00:20:32: Dann hatte ich eine kleine Glaubenskrise.
00:20:34: Die erste, kindliche.
00:20:37: Zwei Jahre später die nächste Chance.
00:20:40: Jetzt habe ich unterdessen noch gecheckt was das Problem war.
00:20:43: Ich sah in der Kiel ein Bild von dem himmlischen Vater Schlowisseor Weissenbart.
00:20:49: Ich war neben dem Grossvater, der ist Weber und schwerhörig.
00:20:54: Mit ihm mussten wir immer ganz laut reden.
00:20:56: Dann habe ich kapiert, kindlich – ja, ich habe einfach zu leise geredet mit dem Herr Gott oder?
00:21:03: Da hat es einfach schlicht nicht gehört.
00:21:05: Dann wusste ich von diesen an aber jetzt muss ich das Fenster aufmachen und zum Himmel rufen.
00:21:10: Ich möchte den Schwester!
00:21:12: Und das hast du
00:21:12: gemacht?!
00:21:13: Ja, dann komme ich wieder im Brüder über.
00:21:18: Ich muss einfach sagen, ich habe allerin Freude an den Brüdern gekommen.
00:21:21: Sie waren jetzt nicht in Frust.
00:21:23: Nur gerade der erste Moment schon wieder keine Schwester.
00:21:26: Aber nachher habe ich total Freude mit meinen Brüern.
00:21:30: Und vierte Versuche habe ich gewusst... Man muss jeden Abend etwas sagen und man muss das Fenster aufmachen, man muss laut sein.
00:21:38: Dann habe ich gedacht, ich nehme auch noch den Bruder dazu oder die zwei, die schon ein bisschen ... und dann haben wir die gemeinsame Aktion durchgegeben, weil sie etwas danach überdenkt hatten.
00:21:48: Jeden Abend das Spektakel, aber es kam eine Schwester auf die Welt.
00:21:53: Und der Befrucht davon ist, dass ich Freude habe an Geschwisterlichkeit.
00:21:57: Ich habe das als Bub geübt in der Familie geübten.
00:22:00: Die Geschwuster haben etwas Schönes.
00:22:03: Insofern hat mich später ein Brug gebaut zum klösterlichen Leben zu sagen ... Ich hätte sehr gerne eine Familie gegründet.
00:22:14: Das war mein Traum, mein Lebensraum, der sich dann aber andere Wege angebahnt hat und ich musste sagen, dass die Schwesterlichkeit auch erfüllend ist.
00:22:25: Es ist einfach eine andere Form von Beziehung.
00:22:28: Eine andere Kunst, Schwesterlich zusammenzuleben.
00:22:33: Und in der Familie hatte ich vier Geschwister, jetzt habe ich einfach tausende.
00:22:38: Ist manchmal etwas überfordert, je nachdem... wenn ich die Namen nicht mehr weiss.
00:22:43: Aber du hattest eine Freundin und hast mit ihnen auch schon fast besprochen, dass ihr mal eine Familie werdet haben und hast dich dann gleich anders entschieden?
00:22:51: Also nicht Vater zu werden oder nicht der Familie zu gründen sondern...
00:22:55: Ja, das war gut so.
00:22:58: Ich bin die Freundschaft jetzt um die Zwentzige angefangen.
00:23:02: Ich war zwanzig.
00:23:04: Mit den zwanzigen habe ich das Kapuzinerleben anfangen auszuprobieren.
00:23:07: Diese Freundschaft ist eigentlich in diesen zwei Jahren, noch recht eine junge Freundschaft.
00:23:12: Und meine Freundin hat in diesen Jahren auch gemerkt, dass ich immer unruhiger werde und es hat zu tun kann mit den Erschütterungen, die ich erlebt habe.
00:23:23: Ich komme aus meiner ... Heute ist kein Bauern-Dorf mehr ischenwach, aber damals, vor allem im Berg Das Dörfchen, wo ich herkomme mit hundertzwanzig Menschen war wirklich eine heilige Welt.
00:23:36: Ein Liebenswürdigskäffchen, genau alle miteinander gekannt und x-mesthüfe und X-Buhren und so... Ich bin in dieser dörflichen Welt aufgewachsen.
00:23:47: Ich habe nachher im Appenzellerland das Gimmick gemacht.
00:23:50: Ich wollte auf einer Seite, aber dort war es schon voll.
00:23:53: Dann bin ich ins Mutterland abzühlen.
00:23:56: Du hast gesagt, meine Mutter sei relativ klein.
00:23:59: Als ich ihr über den Kopf gewachsen war, sagte sie, wenn die Leute gesagt haben, dass du schon groß bist.
00:24:05: Sie hat gesagt, er ist noch lang, grüße ihr Schnee bis endes!
00:24:11: Noch ein Sender alle über den Kopf gewachsen.
00:24:14: So, als sich der Amok sagt, weil die Familie zusammenkommt, haben wir wieder einen Skipfeltreffen.
00:24:20: Ich bin auf Appenzell und habe es nicht so gereizt, auf Watteville zu gehen in Kante.
00:24:26: Die Vorstellung, im Winter mit dem Velo hinter dem Schneepflug über den Ricken zu fahren, hat mich angurkt.
00:24:35: Dann war die Anerlösung Kloschterschule und der bewährte Einseitele sind in Engelberg.
00:24:42: Das war aber alles zweit weg.
00:24:44: und dann bin ich auf Appenzell.
00:24:46: Appenzelle ist eine Kapuziner-Schule.
00:24:49: Insofern haben wir jetzt die Appenzellerbrüder, die wesentlich jünger waren als die von Appenschwil sehr dynamisch Geistig auch sehr anregend.
00:24:59: Die haben mich sicher anders beeinflusst als die Brüder, die bei uns sind.
00:25:05: Ich komme aus einem sehr dörflichen und heilen Welt.
00:25:11: Als ich zu Freiburg studiert habe, ist es relativ kleine Stadt für Zürich.
00:25:17: Später bin ich in der Drogenszene geschaffen.
00:25:19: Es ist eine andere Nummer.
00:25:21: Aber ich habe zu Freimurg die ersten drogensüchtigen Kenner gelernt.
00:25:24: auf der Strasse.
00:25:25: Ich habe die Obdachlose in meinem Leben sehr klein gesehen, dass sich Leute aus Karten schälen.
00:25:31: Am Morgen nach einer Winternacht, irgendwo auf der Gasse, halb stief ... mich hat das total erschüttert, was es gibt in unserer Gesellschaft.
00:25:41: Als ich meine Studentenbude kätzfreiburgeln kann, bin ich einmal runtergekommen und war eine Strassenprostitution damals.
00:25:49: Am Anfang wusste ich gar nicht, was diese Frauen eigentlich im Angebot haben.
00:25:53: wenn man da durchgelaufen ist und so gehört hat.
00:25:58: Ich habe mich dann angefreundet mit zwei ... Sie waren damals noch Schweizerinnen, keine Afrikaner oder Osteroperinnen.
00:26:06: Und ich habe mich mit zwei Frauen jetzt nicht als Klient angefreunden, sondern als Nachbarn.
00:26:11: Und war auch erschütterend, was sie alles erleben.
00:26:15: Mit irgendwelchen sexuellen Perversenwünsche und so.
00:26:18: Dann müssen wir sagen, mein Gott!
00:26:20: Was für eine Gesellschaft leben wir eigentlich?
00:26:23: Ich habe mit meiner Freundin damals geträumt, in die Entwicklungsarbe zu gehen.
00:26:29: Auf Afrika!
00:26:31: Wie ich überzeugte, dass Bildung eine wichtige Grundlage ist für eine gerechtere Welt und das war unser gemeinsames Traum.
00:26:39: Meine Freundin war Gesundheitsfachfrau Krankenschwester.
00:26:44: Und dort trauen wir uns so teil.
00:26:46: Aber diese Erfahrungen im Freiburg haben mir gesagt, wieso auf Afrika?
00:26:50: Es gibt einiges, was in der Schweiz im Argen liegt.
00:26:54: Wir haben einige Probleme.
00:26:55: Es gibt viel Gleichgültigkeit, es gibt soziale Nöte und Sinnlosigkeit auch.
00:27:02: Warum nicht hier ansetzen?
00:27:04: Das war der Anfang eines inneren Prozesses, in dem ich sagen muss, was mache ich?
00:27:11: Was trage ich dazu an, dass die Welt menschlicher wird?
00:27:14: Du hast vorhin gesagt, du hättest so eine innere Ruhe gehabt.
00:27:17: Was ist denn das gewesen, diese innerer Ruhe?
00:27:19: Was hat dich unruhig gemacht?
00:27:22: Ich würde sagen, diese setzten Erfahrungen, die Fragen aufwerfen.
00:27:27: Was trage ich dir?
00:27:28: Dass die Welt menschlicher wird, dass sie wärmer wird und friedlicher wird und gerechter wird.
00:27:35: Ich denke, es sind Fragen ohne Antworten!
00:27:37: Und ich habe im Geschichtsstudium den Franz von Assisi entdeckt.
00:27:41: Das ist eben über das Geschichtstudium passiert.
00:27:43: Dann muss man sagen, der Francesco damals war ein Städter, Modifachmann hat fest organisiert, lebenslustig, Karrierenorientiert und so.
00:27:56: Er ist gestolpernt über Erfahrungen, die noch etwas krasser sind als meine.
00:28:01: Bei ihm war es eine Erfahrung von einer Kriegs-Gewangenschaft, von einem schweren Krankheit.
00:28:06: Er war gestolpert über solche Erfahrungen und hat anfangen die Welt mit anderen Augen anzuschauen.
00:28:12: Ich habe den Eindruck, Franziskus hatte damals Antwort auf die Fragen, die ich heute habe.
00:28:18: Und dann will ich Franzis Kahnern kennenlernen.
00:28:20: Was war seine Antwort?
00:28:23: Mit einem Wort gesagt, Geschwisterlichkeit.
00:28:26: Und Geschwesterlichkeit ist etwas anderes als die Liebe eines Paars?
00:28:35: Wenn man sie radikal lebt.
00:28:36: natürlich schliess sich tatsächlich die Partnerschaft aus.
00:28:42: Für mich sind Beziehungen ganz wichtig.
00:28:44: Ich kann nicht Bruder sein für mich alleine.
00:28:47: Also wenn ich jetzt auch als Franziskanderbrüder bin, das bin ich nie für mich alleine.
00:28:52: Das ist mir immer in Beziehung.
00:28:54: Aber ich muss eigentlich meinen beziehenden Geschwisterliches Gesicht geben.
00:28:59: Und ... Ich sage, seit dieser Lebensform, die ich habe, gibt es mir den Verzicht auf eine Familie eine Freiheit, die man einsetzen kann und nicht hat, wenn man Verantwortung für Kinder hat.
00:29:13: Als ich zur Süde in der Drogenarbeit war mit dem Ernst-Zeiber Ich habe im Ernst ein paar Mal gesagt, du hast Glück, dass deine vier eigenen Kinder und die vier Adoptierten alle erwachsen sind.
00:29:26: Und du hast glücklich, dass deiner Frau so grosszügig ist!
00:29:30: Dann war es Tag und Nacht im Einsatz auf der Gasse.
00:29:34: Ich
00:29:34: stelle mir das unglaublich schwierig vor mit abhängigen Menschen.
00:29:40: Was haste du damit?
00:29:44: Das war eigentlich ein Praktikum, das ich nach dem Studium gemacht habe.
00:29:48: Ich wollte nicht in einer Pfarrei gehen und mir die Praktikum machen, sondern eher eine Sozialpraktikum.
00:29:54: Und Ernst Sieber hat jeden Winter Leute gebraucht, die Containersiedlungen begleitet haben.
00:30:01: Wir hatten damals in Zürich – also es war im Jahr dektausend Jahre – die sich mit Stoffe entdeckt haben.
00:30:12: Von diesen Zehntausungen waren ein paar Hundert, das würde selbst obdachlos gewesen sein.
00:30:18: Dann wurde es Winter und die Süchtige haben nichts anderes im Kopf als einem Stoff noch zu rennen.
00:30:25: Und Ernst Sieber, der hat wirklich mit seinen Leuten, also mit uns, hat den Leuten von dem Platz-Kold vom Platz Spitzkold verfroren werden.
00:30:35: Ich war im Selnau, damals ist es heute sieben Bauten.
00:30:38: Damals das Bahnhoferial war einfach ein Kiesplatz in Grossen.
00:30:42: Der Bahnhof war unterirdisch und wurde oben daran nur noch planiert.
00:30:46: Hier hat er über Nacht Container hergestellt – so Bau-Container!
00:30:50: Und hat trissgetrogen süchtige Obdachlose die meiste junge Leute dort eingekwartiert.
00:30:56: Was diese gebraucht haben, ist natürlich neben einem Dach Minimale.
00:31:02: auch medizinische Versorgung haben sie Leute gebraucht, die sie begleitet.
00:31:09: Ich war nichts anderes als Brüder von Drogensüchtigen.
00:31:14: Ich hatte Gefährten mit schwerstzüchtigen Betroffenen durch ihren Alltag durch eine Gote.
00:31:21: Wir haben geguckt, dass sie sich wieder gesund ernähren.
00:31:26: Kleidung haben, ausreichend.
00:31:27: Wir haben Leute kennengelernt und sind in den Socken umgeklopft im ersten Schneematsch.
00:31:31: Wir müssen schauen, dass die minimalst ausgerüstet sind.
00:31:36: Und Ernst Seiber hat immer gesagt, unsere Aufgabe ist es Menschenwürde auf der Gasse zu garantieren.
00:31:43: Zu schauen, damit es auch ganz ohne in der Gesellschaft Menschenwürdigkeit gibt.
00:31:48: Das sind nicht Fälle, das sind Mitmenschen, das waren unsere Geschwister.
00:31:53: dass sie, die wir gemacht haben, mit ihnen durch einen Überlebenskampf durchgegangen sind.
00:32:01: Man kann sagen, das Ziel war nicht einmal, dass alle in eine Therapie gehen.
00:32:06: Das ist ein langer Weg bis jemand, der schwerstzüchtig überhaupt bereit ist und Kraft hat, die Therapie anzupacken.
00:32:13: Aber wir haben Grundlagen ermöglicht, damit es wieder Rhythmen gibt ins Leben.
00:32:18: Dass verpflegung gesund ist, dass die Medizin versorgung.
00:32:24: wie der Gehe ist, dass die Leute nicht auf dem letzten Zack laufen.
00:32:28: Und das hat durchaus möglich gemacht, dass jede Woche jemand von diesen Trissken gesagt hat, ich mache einen grossen Schritt vorwärts.
00:32:37: Also du hast v.a.
00:32:38: einfach geschaut, dass sie das haben, was sie brauchen und jetzt weniger mit ihnen bettet?
00:32:45: Nein, ich bin kein missionarischer Mensch, der in der Religion irgendwann jemandem überstülpen will.
00:32:51: Die Mehrheit der Schwersüchtigen reint durch ihre Existenzkampf.
00:32:56: Sie konfrontiert mit existenziellen Fragen.
00:33:01: Es gab einen Schock, die Leute sagten, hey du Bruder, was denkst du das?
00:33:06: Aber ich war anders als Ernst Sieber.
00:33:08: Ernst sieber war ein Prediger.
00:33:11: Ich war ein Gefährter.
00:33:13: Und innerhalb einer Gefährterschaft von Beziehungen gab es Themen, in denen sie beschäftigete.
00:33:20: Dann habe ich mich gebraucht.
00:33:22: Aber sag mal, was haben die dich dazu?
00:33:24: Mach einmal ein Beispiel.
00:33:25: Was haben sie dich gefragt und was hast du zur Antwort gegeben?
00:33:29: Könnte ich jetzt... Wir hatten ein Gespräch ganz in echt durch.
00:33:34: Ich könnte nicht einfach das Beispiel pflücken.
00:33:38: Eine Erfahrung kann ich schildern.
00:33:39: In der heiligen Nacht, also den vierzehntigsten Dezember, haben unsere ... Dorfgenosse, Dorf-Genossinnen.
00:33:48: Sie brennt sich immer von Dörfchen.
00:33:52: Sie waren Subjekt.
00:33:54: Die, die gewohnt haben und betroffen sind, haben bestimmt was bei ihnen läuft?
00:34:00: Also
00:34:02: sie waren Subjekte.
00:34:03: Nicht unsere Objekte, sondern Subjekten.
00:34:06: Das war eigenverantwortlich.
00:34:08: Genau!
00:34:09: Sie haben eigentlich bestimmt wie sie leben und was bei Ihnen wichtig ist.
00:34:14: Und wo es Weihnachten gekommen ist, sind alle meine Kolleginnen und Kollegen.
00:34:18: Die hatten natürlich entweder eine Freundin oder eine Familie.
00:34:21: Sie wollten zu Hause sein – ja logisch!
00:34:24: Ich habe mit Brüdern, die auch in den Einsatz waren über Weihnachten, und ich hatte eine freie Hand.
00:34:30: Dann haben sie gesagt «Bruder Kloys!
00:34:33: Bruder Klos, tust du mit uns Weihnacht feiern?».
00:34:36: Dann habe ich gesagt «Mit euch schon!
00:34:39: Für euch nicht.».
00:34:41: Also ich mache nicht den Vier für euch, aber mit euch.
00:34:45: Und ich sehr gerne jetzt auch Weihnachtsgestalten.
00:34:48: Und dann haben wir einen Vier gestaltet.
00:34:50: Die grosse Mehrheit war evangelisch und die haben gesagt, dass man das nicht noch mit einem Obigmal verbinden kann.
00:34:58: Wir hatten schon lange ein Obig-Mal mitgekommen.
00:35:01: Wir können keine Kille mehr.
00:35:02: Wir werden je vorgesehen, wenn wir von der Sucht zeichnen hier in die Stadtkillerne gehen.
00:35:07: Sie
00:35:07: hatten das Bedürfnis nach einem Obigmann?
00:35:10: Ziemlich, ich würde sagen, drei Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner in diesem Dorf haben diese vier Welten mit Feiern und Gestalten.
00:35:21: Ich habe gesagt ja, ich bin katholisch nicht gut gestaltet, aber ich frage mal Ernst, denn er kommt sowieso in dieser Nacht alle seine Institutionen an und habe ihm angeschaut.
00:35:31: und dann sagte er, Ernst wirst du vielleicht um Mitternacht herumkommen mit unseren Obingwahlfeieren?
00:35:36: Das Bedürfnis ist hier.
00:35:38: Dann hat er gesagt, los einmal im zwingelianischen Zürich kann jeder Tauf diese Obigmal firen.
00:35:44: Ich sagte dann ja das ist jetzt aber nicht die ganze Dökumene, die ich mir vorstelle, je kam ich oder so.
00:35:50: Er ist ein Kota-Zächerin, aber bevor er gekommen ist, ist er eine freie Kille eingefahren, ein Evangelikalsüberfallkommando.
00:36:01: Die sind komische Gitarren und haben es weder ihr Lieder gesungen und haben alle ein Geschenke überreicht Und haben sie nachher beglückt mit einer Heilsbotschaft, die mir schlecht wurde.
00:36:12: Nach dem Motto Jesus ist geboren und ihr müsst wieder geboren werden!
00:36:18: Und dann kam der Hammer.
00:36:19: Dann habe ich ihn verabschiedet und gesagt, es sei gut zu auslangen.
00:36:24: Der Ernst kommt auch noch.
00:36:26: Sie hat mich wie in den Türpfosten angeschaut und abheisst sind gegangen... Dann kam Ernst auch noch, aber dann mit der Videokamera mit Scheinwerfer und so wurde alles trüllen.
00:36:40: Also
00:36:41: als Medienereignis sozusagen?
00:36:43: Ich
00:36:43: habe die vier gestrichen und gesagt, das ist jetzt too much.
00:36:47: Und da haben wir es einen Tag später gefeiert am fünfundzwanzigsten Abendabend.
00:36:52: Das war absolut berührend gewesen!
00:36:55: Für das gibt's keine Vorlage.
00:36:56: Die vier haben mir miteinander.
00:36:59: Wir haben sie miteinander gestaltet, also ein paar von den Dorfbewohnerinnen und Bewohnern mit mir zusammen überlegt.
00:37:06: Wie machen wir das?
00:37:08: Und wir hatten unter anderem in der Aufenthaltsbaracke, wo wir in einem Heuhaufen waren und auf dem Heuhufen einen so weißen Stuch.
00:37:17: Dann kam ein Mitbruder von uns nach oben und wir feierten eine eukarische Steige, also das katholisches Obigmal, auf diesem Heuhaufen, auf dem Stuch mit einem Stück Brot.
00:37:29: Das eindrückliche war, dass ich das Weihnachts-Evangelium Fersweiss verteilte.
00:37:37: Die Suchtbetroffenen passelten den Text wie zusammen.
00:37:43: Einer so einen robusten, früherer Banker – also kein Jugendlicher mehr, er war etwas älter – hat angefangen zu brüllen, als er sein Fers gelesen hatte ... weil in der Herrberge für sie keinen Platz war.
00:37:58: Er sagt dann, er wird jetzt klar, dass die Geburt im Betlehem immer einen Otschlafstall stattgefunden hat.
00:38:08: Der Weg von dem Jesus vom Nazareth befindet sich mit den Menschen, die am Rand stehen und abgeschrieben sind.
00:38:22: Absolut berührend, dass wir die eingefahrene Weihnacht sind.
00:38:26: Das ist aber etwas typisch und unabhängig von Themen.
00:38:31: Es gibt Anliegen, die einem herkommen, was auch Spiritualität oder Religion angeht.
00:38:36: Es gab Bedürfnisse, Fragen und Anliege.
00:38:40: Und Kunst
00:38:41: ist nicht die Ernst.
00:38:42: Ein sehr näherer Moment mit Menschen an Weihnachten.
00:38:56: Ich frage mich wie lebt der Bruder Niklaus so nahe mit anderen?
00:39:00: Und gleichzeitig mit dem Versprechen vom Zölibat.
00:39:03: Viele verbinden das ja mit einem Verzicht auf Intimität und Sexualität, wie war denn auch das?
00:39:11: Zölibaat sage ich seit jeher, seit ich jetzt auf einer Wege bin, die jetzt eh losläuft – ganz klar, ich bin gegen den Zöliban in diesem Sinn, wo wir es gehört haben als ein Pflicht also ... Wenn ein Mann die Brüste in der katholischen Kille wird, muss er sich zu einem ehemalsen Leben verpflichten.
00:39:36: Da bin ich von Anfang an und ganz entschieden dagegen.
00:39:40: Ich unterrichte nach der Universität Kille-Geschichte.
00:39:42: Ich underrichte Spiritualität.
00:39:45: Das ist auch eine Fehlentwicklung.
00:39:48: In den frühen Kilen war sogar Bedingung, dass jemand, der in den Kielen Verantwortung übernimmt, diese Person sich in Ehe und Familie bewährt.
00:39:59: Also, ein ehiloser Lebensweis war nicht vorgesehen.
00:40:03: Auch nicht wünschenswert.
00:40:05: Aber Kille hat auch Schwierigkeiten, dieser Argumentation zu folgen?
00:40:09: Man kann noch nie wieder Sprucher verlebt, als ich das sagte.
00:40:13: Ich sage einfach, ich habe einen ehilosen ... Ich sage eigentlich lieber... Ich habe eine brüderliche Lebensweise gewählt in aller Freiheit.
00:40:22: Das ist meine Entscheidung!
00:40:24: Und ich meine, wenn jemand sagt es ist gut, wenn ich absolut freie Hände habe für eine Aufgabe oder eine Berufe, dann soll eine Person die Freiheit haben dürfen.
00:40:36: Aber ich finde das ein Fehlentwicklung, wenn man das auferleiht und sagt, für dich ist es gut, dass du hier loslebst.
00:40:44: Das hat es viele recht faktisch gemacht – und das ist eine Fehlendwicklung!
00:40:50: Also ich bin gegen den Pflichtshölibad sehr wohl für die freie Wahl der Lebensform.
00:40:57: Ich bin nicht Priester, also ich muss nicht von meiner Aufgabe her, jetzt von den Kilen muss ich nicht eh los sein.
00:41:04: Aber ich habe gewählt was ich geschwisterlich lebe in einer Brüdergemeinschaft dann hat Partnerschaft keinen Platz weil ich bei Brüdern für viele und wenn ich Partnerschaft leben würde dann würde das das brüderliche natürlich Fokussieren.
00:41:21: Ich kann nicht bei liebigen vielen Menschen brüderlich begegnen, wenn ich Verantwortung für eine Familie
00:41:27: habe.
00:41:27: Aber Hand aus Hand hat es einen Moment gegeben, in dem du gefunden hast, dass es mir schwierig wird.
00:41:31: Jetzt möchte ich diese Sexualität zum Beispiel auch leben?
00:41:34: Also Umgang mit Sexualität ist die zweite Frage.
00:41:37: Wenn ich zurückdenke an der Klosterschule Apenzell neunzehnt siebenen siebenzig.
00:41:44: Biologie.
00:41:46: Beim Bruder Niklaus Fisch ein Kapuziner.
00:41:51: Ich habe das derart wohltuende erlebt, dass er uns als Biologie-Lehrer gesagt hat, Sexualität ist ab so eine ganze wertvolle Kraft im Leben.
00:42:06: Alle Menschen, jeden Mensch ist ein sexuelles Wissen und es ist wichtig, Sexualitäten zu entdecken.
00:42:13: Also ich habe Kielen jetzt in diesem Beispiel einen Kielermann, Es so erlebt, dass er gesagt hat, entdecken deine Sexualität.
00:42:24: Erkunden sie.
00:42:24: es ist wichtig euch selbst zu kennen wenn ihr auch euer aufeinander Mensch einläuft.
00:42:29: Man muss sich selber gut kennen.
00:42:31: Das Zweite was er gesagt hatte, Sexualität möchte gestaltet sein.
00:42:37: Also lernt auch den Umgang.
00:42:38: Im Grunde noch hat er Freiheit und Verantwortung Hat er uns mitgegeben?
00:42:45: Und da muss ich sagen, hier habe ich jetzt zum Glück Kilen.
00:42:49: Absolut nicht einschränkender Leben sondern sehr bejaend.
00:42:53: Ich habe später meine Grossmutter erlebt, die mir gesagt hat, wie in Ihres ehemaligen Leben reingegiert wurde von den Kilen, vom Beichtvater und so... Also, was mir geschmuck geworden ist und ich muss sagen ... Mein Gott noch mal!
00:43:11: Da haben Leute, die keine Ahnung von Sexualität haben, Ehe-Leute gesagt, was sie zu tun haben.
00:43:18: Ein Undin Sondergleichen.
00:43:21: In ihren Reifenjahren sagte meine Grossmutter, es hat sich dann imanzibiert, also eine Webersfrau.
00:43:27: Es hat sich irgendwann imanzibiiert, vielleicht ein wenig spott.
00:43:31: Er sagte, wenn der Papst über Kinder oder Familie und über Ehe spricht Ich verstand, dass er nichts versteht.
00:43:41: Wir sagen absolut richtig gesunde Frau oder die haben gesehen, hier reden Leute über Ehe und Sexualität, die null Ahnung haben oder sehr eingeschränkte Ahnung.
00:43:53: Ich selbst spreche mich sehr dafür aus, das Kielen ... Kielemannen anzukilen, die Klappe halten, wenn es um Sexualität geht und um Gestaltung von Beziehungen zu tun.
00:44:07: Glaubt der Sexualität, weil die Erfahrung schlicht
00:44:10: nicht
00:44:10: hier ist oder sehr eingeschränkt
00:44:12: ist?
00:44:22: Eine klare und sehr starke Aussage.
00:44:26: Und das öffnet den Raum für diese grosse Frage nach der Rolle der Religion in unserer Gesellschaft.
00:44:32: Warum hat es Krieg im Namen der Religion gegeben?
00:44:35: Diese Frage aus dem Publikum geht genau in diese Richtung!
00:44:39: Ja ich bin zum Glück immer eine Strömung von den Kirchen beheimatet, die genau das Gegenteil bewirkt.
00:44:46: Franz Fuassisi hat damals im fünften Kreuz zugesagt, was so schlimm war wie heute der Ukrainekrieg.
00:44:55: Eine Friedensmission gestartet gegen die pärbschliche Wille und die offizielle kircherliche Politik.
00:45:02: Es ist eigentlich um einen heiligen Krieg gegen den Islam gegangen.
00:45:06: Er hat eine Friedensmission gemacht und die Freundschaft vom Sultan Muhammad al-Kamil gewonnen.
00:45:12: Das war der höchste Vertreter des Islames damals.
00:45:16: Und das ist der Grund, kann man sagen für eine hundertjährige Geschichte, die Franziskarner Brückenbau zwischen den Religionen hatte.
00:45:26: Genau das Gegenteil macht von Hitze, so einem Brückenbau und friedliches Zusammenleben.
00:45:32: Das ist sowohl in Israel als auch in Palestine bis heute.
00:45:38: Es ist aber auch heute der Fall in Assisi.
00:45:40: Wenn sich die Weltreligionen treffen, um für eine friedlichere und gerechtere und menschliche Welt zu beten, treffen sie sich zur Assisi Wie Sie sagen.
00:45:50: es gibt kein Prophet, der uns dieser Art wie Franziskus verbindet.
00:45:56: Der hat vor achthundert Jahren eigentlich gezeigt, dass die Religionen – also jetzt im Plural dass Religionen einen Friedensauftrag haben und gemeinsam an einer friedlichen Welt bauen können.
00:46:11: Das heisst aber auch, dass wir all diesen Fundamentalisten, die das Gegenteil haben wollen, dass man ihnen muss energisch und engagiert begegnen.
00:46:21: Ich höre jetzt zu einem Teil der Kieler, der seit achthundert Jahren Brücke baut – ich mache das selber auch – in verschiedenen Steinen schon interreligiöse Viren gestaltet.
00:46:33: Ich habe Zürich in der Woche von den Religionen schon verschiedentlich mitgestaltet.
00:46:38: Und da geht es eigentlich immer ums Gleiche zu entdecken, dass die Religionen im Grund genommen eine gemeinsame Botschaft haben – die heisst Papst Franziskus hat einen so ausgedruckt – universelle Geschwisterlichkeit.
00:46:52: Alle Menschen sind letztlich miteinander verwandt und wenn man das entdeckt dann macht Krieg keinen Sinn.
00:47:00: Terror im Namen der Religion ist ein absolutes Umding.
00:47:05: Und sie steht für diese Botschaft, also die Stadt von Franziskus steht für ihre Botschaft.
00:47:13: Meistens ist es übrigens nicht Religion selber, wo Gewalt ausübt, sondern eine Religion, die von Politik verinahmt wird.
00:47:21: Es geht meistens um politische Macht.
00:47:25: Donald Trump ist ein Beispiel.
00:47:27: Der schwenkzworene Bibel, aber er liest sie nicht!
00:47:32: Eine vereinnahmte Religion für sein Programm.
00:47:35: Das ist perversion!
00:47:52: Ganz herzlichen Dank, Bruder Niklaus, für das, was du mit uns teilt hast.
00:47:58: Mir bleibt vor allem die Auszeit im Kloster, wo ich finde es spannend und v.a.
00:48:04: auch die Begegnung von Weihnachten mit den Suchtkranken Menschen, die sich getroffen haben und es abgemalt gefeiert hat, bleibt mir am meisten.
00:48:18: Vielen Dank fürs Zulassen!
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